
Felgen aus PLA
Zu jeder Karosserie liegen Felgen dabei. Man sieht es ihnen an.
Sie sind rund, sie sind weiß, sie erfüllen ihren Zweck — ungefähr so, wie Turnschuhe zur Hochzeit ihren Zweck erfüllen. Es funktioniert. Es fällt zunächst niemandem auf. Und irgendwann fragt trotzdem jemand nach.
Also haben wir uns eigene gezeichnet. Das Design stammt von Lötmaschine, gedruckt wird auf einem Bambu Lab A1 mini, und der entscheidende Unterschied zwischen Serienfelge und Eigenbau ist kein ganzer Millimeter.
Es ist ein halber.
Der halbe Millimeter, der Rennen rettet
Vorne fahren wir 19 mm Durchmesser mit einem Offset von −0,5 mm. Klingt nach Erbsenzählerei mit der Schieblehre. Ist aber der Grund, warum unsere Autos in der Bande bleiben, statt sie zu besteigen.
Wer es einmal gesehen hat, vergisst es nicht. Ein Mini-Z touchiert die Bande, völlig harmlos — und statt abzuprallen, klettert er. Senkrecht. Mit Elan. Oben angekommen überschlägt er sich in aller Ruhe und bleibt auf dem Dach liegen wie ein umgekippter Maikäfer, der über seine bisherigen Lebensentscheidungen nachdenkt.
Schuld ist der Reifen. Er bekommt Kontakt, findet Grip an der Bande — und nutzt ihn. Nach oben.
Der negative Versatz zieht das Rad ein Stück nach innen. Damit berührt die Karosserie zuerst, das Auto rutscht an der Bande entlang und fährt einfach weiter, statt eine Bergwanderung einzulegen. Kostet nichts, wiegt nichts, rettet Rennen.
Hinten: langweilig. Und stolz darauf.
Ganz normale 20 mm mit 0 mm Offset. Keine Tricks, kein Geheimnis, kein Hinterausgang. Hinten will man Grip und eine saubere Spur. Kreativität passiert weiter vorne — und meistens ungewollt.
Der kleine Bettschubser
Gedruckt wird auf einem Bambu Lab A1 mini. Der hat bei uns inzwischen mehr Rennwochenenden auf dem Buckel als manches Auto und beschwert sich nie.
Als Material nehmen wir stinknormales PLA+ beziehungsweise PLA 2.0 von Jayo. Kein carbongefülltes Hochleistungsfilament, kein Nylon, nichts, was einem die Düse von innen auffrisst. Das Jayo-Zeug druckt sauber, hält und macht keine Zicken — genau das, was man um halb elf abends braucht, wenn man noch schnell einen Satz nachlegt.
Denn darin liegt der eigentliche Charme: Ein Satz Felgen ist billiger als der Kaffee, den du beim Zuschauen trinkst. Macht eine doch mal unfreiwillig Bekanntschaft mit der Bande, liegt der Nachschub eine halbe Stunde später auf dem Druckbett. Und wenn du nächste Woche in Grün fahren willst, fährst du nächste Woche in Grün.
Über Neonorange reden wir noch mal in Ruhe.
- Bambu Lab A1 mini
- PLA+ / PLA 2.0 (Jayo)
- Design: Lötmaschine
Vorne
- Durchmesser
- 19 mm
- Breite
- 8,5 mm
- Offset
- −0,5 mm
Der negative Versatz zieht das Rad nach innen — das Auto rutscht an der Bande entlang, statt sie hochzufahren.
Hinten
- Durchmesser
- 20 mm
- Breite
- 11 mm
- Offset
- 0 mm
Standardmaß ohne Versatz. Hinten gibt es nichts zu erfinden, und das ist ausdrücklich als Lob gemeint.
Die STL-Dateien Vorne und hinten kommen hier zum Herunterladen hin — sobald sie hochgeladen sind, hängen wir sie an dieser Stelle ein.
Und die aus dem Resin-Drucker? Steak-Master druckt seine im Harz: Felgen aus Resin — schöner anzusehen und erheblich schreckhafter.