Vier weiße Mini-Z-Felgen aus dem Resin-Drucker mit zehn Speichen, liegend auf einer Holzplatte

Felgen aus Resin

Schön wie ein Schmuckstück. Leider auch so robust.

Resin kann Dinge, bei denen ein Filament-Drucker müde abwinkt. Speichen, die aussehen wie Speichen und nicht wie gestapelte Spaghetti. Kanten ohne Schichten. Details, die man erst entdeckt, wenn man die Felge zwischen die Finger nimmt und leise „oha“ sagt.

Wer schöne Felgen will, hat hier binnen Minuten deutlich zu viele Ideen.

Und dann kommt Freitagabend.

Standard-Resin verzieht sich nicht. Es verschwindet.

Erst das Angenehme: Verzug gibt es nicht. Was aus dem Drucker kommt, ist rund und bleibt rund. Kein Warping, kein Elefantenfuß, keine Diskussion.

Dann das Unangenehme. Mit Standard-Resin reicht ein beherzter Rempler, und die Felge löst sich in Pulver auf. Sie bricht nicht — brechen wäre ja noch etwas zum Aufheben. Sie geht als feiner weißer Staub von uns, und du stehst mit einem Reifen in der Hand da, in dem nichts mehr drin ist. Danach wird nicht eingesammelt. Danach wird gekehrt.

Also Tough Resin. Und trotzdem kein Panzer.

Bei uns haben sich zwei bewährt: Resione M64 und Siraya Tech Blu. Damit übersteht die Felge den normalen Betrieb, und das ist schon eine ganze Menge wert.

Aber machen wir uns nichts vor. Irgendwann hält jemand deine Innenlinie für eine Einladung. „Rubbing is Racing“, ruft er dann fröhlich — oder er beruft sich, noch schöner, auf die berühmte internationale Härte. Es scheppert genau einmal. Danach hat die Felge den Aggregatzustand gewechselt.

Tough Resin verschiebt die Grenze. Es hebt sie nicht auf. Der einzige bekannte Werkstoff, der einer internationalen Härte standhält, ist ein rechtzeitiges Ausweichmanöver.

Der Teil, über den niemand ein Video dreht

Gedruckt wird bei uns auf einem Anycubic Photon Mono 4K, gewaschen und nachgehärtet in der passenden Wash & Cure. Klingt nach Vollausstattung, und das ist es auch.

Trotzdem: Dieser Teil macht keinen Spaß. Alkohol, Handschuhe, dieser Geruch, der noch drei Tage in der Nase hängt. Die Station nimmt einem das Rühren ab — nicht das Aufräumen. Und am Ende dreht sich alles unter der UV-Lampe wie in einem Sonnenstudio für Kleinteile.

Es gehört dazu, es geht nicht anders, und niemand macht es an einem Abend zweimal freiwillig. Es sei denn, er hatte einen besonders geselligen Abend an der Bande. Siehe oben.

Wie dünn darf es sein? Dünner, als gut ist.

Hier liegt der eigentliche Witz, und es ist nicht der, den man erwartet: Zeichnen kann man im Resin feiner als im Filament. Bauen trotzdem nicht dünner. Was aus PLA+ noch nachgibt und zurückfedert, zersplittert im Resin wie Zuckerglas im Actionfilm.

Man entwirft also filigraner und legt die Teile am Ende doch wieder kräftiger aus. Ein Widerspruch, an den man sich schneller gewöhnt, als es die eigene CAD-Datei verdient hätte.

Und? Taugen sie?

Ja, durchaus. Sie fahren, sie halten, was sie halten sollen, und dabei sehen sie so gut aus, dass man sie fast nicht in die Bande stellen möchte.

Fast.

Gezeichnet und gedruckt hat sie Steak-Master.

  • Anycubic Photon Mono 4K
  • Wash & Cure
  • Tough Resin nötig
  • Resione M64
  • Siraya Tech Blu
  • Design: Steak-Master
  • Fassung 3.8 · RWD

Vorne

Durchmesser
19,5 mm
Breite
8,5 mm
Offset
−0,5 mm

Ein halber Millimeter mehr als bei den PLA-Felgen — vorne ist das erlaubt. Der negative Versatz hält das Auto an der Bande, statt darauf.

STL vorne

Hinten

Durchmesser
20 mm
Breite
11 mm
Offset
0 mm

Standardmaß ohne Versatz. Hinten sind ausschließlich 20 mm erlaubt — das ist die Antriebsachse.

STL hinten

Und die aus PLA? Die stehen nebenan: Felgen aus PLA — mit Maßen, Offsets und der Sache mit dem halben Millimeter.